HomeNachtrichtenRauchfreie Bahnsteige sind die nächste Station auf dem Weg zu einer rauchfreien Gesellschaft

Rauchfreie Bahnsteige sind die nächste Station auf dem Weg zu einer rauchfreien Gesellschaft

Ab dem 1. Oktober wurden alle Nebelmasten in niederländischen Bahnhöfen vom Bahnverwalter ProRail entfernt. Indem die Stationen vollständig rauchfrei gemacht werden, wird ein großer Schritt in Richtung einer rauchfreien Generation getan, schreibt der wissenschaftliche Forscher Jeroen Bommelé.
Seit Anfang September ist ProRail damit beschäftigt, alle Nebelmasten an den Bahnhöfen in den Niederlanden zu entfernen. Dies ist der nächste Schritt in einem umfassenderen Plan, die Stationen in den Niederlanden rauch- und tabakfrei zu machen. Im April stellte die NS beispielsweise den Verkauf von Tabak in ihren eigenen Geschäften ein und gab an, dass sie keine Räumlichkeiten mehr an Geschäfte vermieten würde, die Tabak verkaufen wollen. Mit diesen Maßnahmen tragen ProRail und NS zur breiteren sozialen Bewegung “auf dem Weg zu einer rauchfreien Generation” bei.

Rauchfreie öffentliche Verkehrsmittel
Mit dem Anwachsen der Bewegung der rauchfreien Generation fordern in den letzten Jahren immer mehr Menschen, dass öffentliche Verkehrsmittel und die Umwelt vollständig rauchfrei gemacht werden. Im Jahr 2017 forderten beispielsweise einige Amsterdamer Allgemeinmediziner ihre Gemeinde auf, das Rauchen an allen Straßenbahn- und Bushaltestellen in der Stadt zu verbieten. Eine Reihe niederländischer Gemeinderäte, wie z.B. der Gemeinderat von Amstelveen, haben sich darauf geeinigt, die öffentlichen Verkehrsmittel in ihrer Gemeinde nach den Kommunalwahlen 2018 vollständig rauchfrei zu machen. Anfang Juni erregte die Gemeinde Losser großes Medieninteresse, als sie ihren Worten Taten folgen ließen und eine Reihe von Bushaltestellen für rauchfrei erklärten.

Wenn man rauchen sieht, raucht man
Rauchfreie öffentliche Verkehrsmittel tragen zu einer rauchfreien Erzeugung bei. Schließlich benutzen nicht nur Erwachsene öffentliche Verkehrsmittel, auch Kinder und Schulkinder fahren mit Zug, Straßenbahn, U-Bahn oder Bus zur Schule und zurück. Sie sehen nicht nur rauchende Mitreisende, sondern auch Autoritätspersonen – wie etwa Schaffner – die rauchen. Untersuchungen zeigen, dass Kinder, wenn sie andere rauchen sehen, indirekt dazu angeregt werden, selbst mit dem Rauchen anzufangen.

An Bushaltestellen und auf Bahnsteigen rauchen alle mit
Rauchfreie Bahnsteige und Bushaltestellen bedeuten, dass Nichtrauchen immer mehr zur Normalität wird und dass Nichtraucher seltener Tabakrauch aus zweiter oder dritter Hand inhalieren. Tabakrauch (und andere Arten von Rauch) besteht größtenteils aus Feinstaub (PM2,5): sehr kleine Staubpartikel, die tief in die Lunge eindringen können. Es schwebt immer eine kleine Menge Feinstaub in der Luft, und das schadet in der Regel nicht. Eine hohe Konzentration verursacht gesundheitliche Probleme. Das sieht man zum Beispiel in Städten mit Smog, wo es viel Feinstaub in der Luft gibt und viele Menschen Atembeschwerden haben.

In vielen Studien über die Belastung durch Tabakrauch untersuchen Forscher die Menge des Feinstaubs in der Luft zum Zeitpunkt des Rauchens irgendwo. Diese vergleichen sie dann mit der Feinstaubmenge zu Zeiten, in denen nicht geraucht wird. In unserem kürzlich veröffentlichten Faktenblatt haben wir die wissenschaftliche Forschung in diesem Bereich beschrieben. Zum Beispiel scheint es, dass beim Rauchen in Gaststätten die Feinstaubmenge in der Luft von 8 auf 124 Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m3) ansteigen kann, mit Spitzenwerten von bis zu 1318 μg/m3. Zum Vergleich: Die niederländischen Luftqualitätsnormen besagen, dass die durchschnittliche Feinstaubmenge in einem Jahr 25 µg/m3 nicht überschreiten darf. Die durchschnittliche Feinstaubkonzentration in Städten liegt bei etwa 12 µg/m3.

Bis vor kurzem haben die Rauchmasten an niederländischen Bahnhöfen ziemlich viel Feinstaub aufgenommen. Das Trimbos-Institut und das RIVM führen gemeinsam Forschungen zu dieser Exposition durch.* Die Forschung ist noch nicht abgeschlossen, aber die ersten Messungen zeigen bereits, wie die Feinstaubmenge beim Rauchen erheblich ansteigen kann. Die untenstehende Grafik zeigt, dass die Feinstaubkonzentration niedrig bleibt, wenn niemand in der Nähe der Rauchmasten raucht. Sobald Raucher eine Zigarette anzünden, steigt die gemessene Feinstaubmenge an. Bei dieser Messung am Hauptbahnhof Utrecht stieg dieser sogar kurzzeitig auf rund 800 μg/m3 an. Als Nichtraucher könnten Sie daher ziemlich viel Tabakrauch bekommen.

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